Amerika hat einen neuen Präsidenten: Barack Obama
05.11 2008 08:37

Intro
Amerika hat mit einer starken Wahlbeteiligung von etwa 60% gewählt und sich mit 349 Wahlmännern für Obama entschieden. Nötig gewesen wären 270, und McCain erreichte 173.
Da diese Informationen aber vermutlich alles andere als ein Geheimnis sein werden, andere darüber besser schreiben können und sich dieser Blog nicht mit Politik beschäftigt, möchte ich nicht über die Wahl an sich, sondern über die Wahlnacht im Web beim ZDF schreiben.
Unter dem Namen „Die Nacht im Netz – mit Klaus Kleber" wurde auf dem ZDF Webauftritt mit „gucken, reden, mitsurfen und mitmachen“ für eine Interaktive Nacht geworben.
Das ganze wurde aus American University in Washington gesendet. Das ZDF hatte sich dort in einer kleinen 'Ecke', wie wie selber sagten, ein Studio eingerichtet. Im großen und ganzen bestand das aus Kameras, Notebooks und zwei Pappfiguren von Obama und McCain. Politik Studenten durchforsteten das Internet nach neuen Informationen und überprüften die News im TV. Alles wirkte sehr provisorisch, was ich aber als positiv, ehrlich und gemeinschaftlich empfand. Einmal besuchte Herr Kleber sogar die Party einen Raum weiter wo er unter anderem auf Studenten mit einer Bayern Flagge stoß welche auf die Frage "Oh, a bavarian flag, what does bavaria here?" mit "Studieren" antworteten. (screenshot)
Formatinhalte (gucken, reden, mitsurfen, mitmachen)
Geguckt, hab ich das ganze über die (ZDF Mediathek), dabei sah ich hauptsächlich bei „der Nacht im Netz“ zu, habe aber auch gelegendlich ins normale Programm geschaltet. Dies wär aber nicht nötig gewesen, da man sowieso immer zu den neuen Zahlen ins Studio geschalten wurde.
Reden konnte man im Chat (screenshot) (kompletter chatlog) dieser hatte ein Limit von 749 Usern und war durchgehend voll! Da jede einzele Nachricht moderiert, dh. zuerst von 'irgendjemandem' gelesen und dann weitergeleitet wurde, landeten die Messages mit einem Delay von 10 bis 25 Minuten im Chat. Was ein Kommunizieren unter den Usern leider praktisch unmöglich machte.
Tatsächlich wurde auch das Sprechen realisiert. Ich war etwa bis 3Uhr dabei, in dieser Zeit fand ein Video-Anruf statt, realisiert wurde das über Skype. Bei ZDF vergaß man wohl eingehende Anrufe automatisch zu blockieren, was dazu führte, dass die Moderatorin hauptsächlich damit beschäftigt war die Anrufmeldungen aus dem Gesicht von "Constanze Kurz" vom CCC zu klicken.
Auch das mitsurfen war kein Problem, da sich das ZDF-Team seine Informationen eigentlich hauptsächlich über das Internet besorgte, und Zuschauer interessante Webpages einsenden konnten. All jene Seiten wurden dann über die Sendung bekannt gegeben, und wurden vom ZDF hier veröffentlicht.
Das mitmachen wurde eben durch den Chat und das Mitsurfen möglich.
Fazit
Das ZDF verschläft den Trend zum Internet als interaktives Medium nicht. Hat ihn jedoch etwas unterschätzt. Gemeinsam auf das Ergebnis warten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und lässt auf weitere Formate hoffen. Negativ aufgefallen ist mir nur der etwas allzu streng moderierte Chat. Sogar private Nachrichten zu einzelnen Usern wurden mit etwa 20 Minuten delay gepostet.
Ein sehr gutes Beispiel dafür dass Internet und Fernsehen auch miteinander koexistieren können.

also ich bin sehr zufrieden mit der wahl, muss ich schon mal sagen. tut amerika gut, so einen schritt gemacht zu haben. ich hoffe, obama wirds schaffen und er kann seine ziele umsetzen. er wirds nur, glaub ich, sehr schwer haben. aber frei nach dem motto 'yes we can' glaub ich an ihn.
Kommentar von thomasm am 06. 11. 2008 um 23:05 Uhr